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Plakat Fachtagung

 

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Liebe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie an regionaler Mehrsprachigkeit interessiert sind,  liebe TeilnehmerInnen und Teilnehmer, liebe Gäste,

 

wir freuen uns, Sie auf der Informationsseite zur Internationalen Fachtagung  „Methoden zur Erforschung der Kultur der regionalen Mehrsprachigkeit“ vom 20. bis zum 22. September an der CAU zu Kiel begrüßen zu dürfen.

 

Die Tagung vereint Expertinnen und Experten, die sich mit konkreten Gebieten der regionalen Mehrsprachigkeit in der romanischen Welt, aber auch in anderen Gebieten wie z.B. Norddeutschland sehr gut auskennen, um aus einer vergleichenden Perspektive Methoden zur Erforschung und Bewertung dieser plurilingualen Kulturen zu besprechen. Gemein ist allen Fällen das gewachsene Bewusstsein für den Wert der Regionalsprachen und die Bemühungen um eine Belebung und den Erhalt der gelebten Mehrsprachigkeit.

 

Diese Ausrichtung auf neue Perspektiven der Mehrsprachigkeitsforschung, bei denen Mehrsprachigkeit selbst als kulturell eingebettetes Phänomen gilt, hat zum Ziel, theoretische Ansätzen und Methoden zu entwickeln, mithilfe derer eine Untersuchung von Mehrsprachigkeit in verschiedensten kulturellen Ausprägungen durchführbar zu machen. Dabei geht es weniger um sprachliche Phänomene, sondern vor allem um eine Verbindung von Ansätzen der Sprachpolitik, der linguistic landscapes oder auch Ansätzen zur Sprachrezeption und –perzeption. Die Implementierung von Methoden der Erforschung von sprachkulturellen Aktivitäten soll den gesellschaftlichen Wert der Mehrsprachigkeit in den Vordergrund rücken.

 

Für die Buchung der Unterkunft im Hotel Astor wird darum geben, Frau Iris Peters (ipeters@romanistik.uni-kiel.de) bis zum 03. August das genaue Datum der An- und Abreise mitzuteilen.

 

Bei inhaltlichen Fragen können Sie sich an Benjamin Peter (benjamin.peter@romanistik.uni-kiel.de) wenden.

 

Kurzfristige Teilnahme an der Fachtagung

Wer kurzfristig an der Tagung teilnehmen möchte, kann gerne direkt zum Gästehaus/IBZ kommen.

  • Für den Besuch einzelner Vorträge ist keine Anmeldung erforderlich.
  • Wer an der gesamten Tagung teilnehmen möchte, kann für 5,00 € die Tagungsmappe erhalten und wird dann eine Teilnahmebestätigung der Fachtagung bekommen. Darin enthalten ist dann auch die gesamte Pausenverpflegung.

 

 

 

Regionale Sprachenvielfalt vielfältig erforschen

 

Inhalte und Organisation

Die Fachtagung ist in zwei Blöcke aufgeteilt: Es wird einerseits Vorträge geben, um Impulse durch die Expertise der Forscherinnen und Forscher in ihrem Fachgebiet zu erhalten, andererseits soll diese Expertise in Workshops mit verschiedenen thematischen Fokussierungen aufgegriffen werden, um neue theoretische Ansätze und Methoden zur Erforschung der Kultur der regionalen Mehrsprachigkeit interdisziplinär zu entwickeln und zu diskutieren. Die Einzelvorträge sollten nicht länger als 25 Minuten, Gruppenvorträge nicht länger als 50 Minuten dauern. Nach den Workshops sollen die Ergebnisse der jeweiligen Gruppen im Plenum dargestellt und durch Videoaufnahmen gesichert werden.

 

Da die Fachtagung konzeptionell mehrsprachig ausgerichtet ist, soll Mehrsprachigkeit selbst auch ein Bestandteil der Vorträge sowie Diskussionen und Workshops sein. Folglich sollen die Vorträge in zwei Sprachen vorbereitet, wobei auch die anschließenden Diskussionen multilingual durchgeführt werden können.

 

Am Samstag wird es eine Diskussion mit Vertretern aus Politik und Wissenschaft über die regionale Mehrsprachigkeit geben (voraussichtlich auf Deutsch).

 

Das aktualisierte Tagungsprogramm finden Sie hier:

Programm Seite 1Programm Seite 2

 

  Tagungsprogramm zum Herunterladen

 

Donnerstag, 20.09.2018

 

08.50 Uhr: Begrüßung, Einleitung (Eggert, Kiel)

09.05 Uhr: Cultura, plurilinguismo e variação linguística no sul do Brasil (Battisti, Porto Alegre)

09.30 Uhr: Sprachsituation in Südbrasilien: ALMA-H (Thun, Kiel)

09.55 Uhr: New speakers in minority language settings: which questions and what methodologies? (Hornsby, Poznan)

10.20 Uhr: Diskussion, anschließend - Kaffeepause -

11.30 Uhr: Le paysage sociolinguistique de la Bretagne au début du XXIe siècle : des pratiques et des représentations (Blanchard/Calvez, Brest)

12.20 Uhr: Diskussion, anschließend MITTAGESSEN

14.30 Uhr: 40 años de revitalización del euskera: logros y retos. ¿Qué hemos aprendido? (Ortega, Bilbao)

14.55 Uhr: 40 años de revitalización del euskera: métodos para el estudio del caso vasco (Manterola, Vitoria)

15.20: Diskussion, anschließend - Kaffeepause -

16.30 Uhr: Die Rolle der (Neuen) Medien für die Sprachkultur von Regional-sprachen (Gugenberger, Wien)

16.55 Uhr: Governmentality in action? A case for taking an interactional perspective in the study of language ideologies and multilingual competences in job interviews in Norway, (Pajaro, Oslo)

17.20 Uhr: Diskussion

17.35 Uhr: Pommersch, Standarddeutsch und Portugiesisch im brasilianischen Bundesstaat Espírito Santo (Born, Gießen)

18.00 Uhr: “Leur ‚français du Québec‘ est surtout un prétexte pour garder des emplois pour eux“: L’aménagement du français québécois et l’économie dans les discussions métalinguistiques en ligne (Becker, Hannover)

18.25 Uhr: Diskussion

 

Freitag, 21.09.2018

09.00 Uhr: Organisatorisches (Eggert, Peter)

09.05 Uhr: Niederdeutsch zwischen Sprachverlust und Sprachvermittlung (Elmentaler/Langhanke, Kiel)

09.30 Uhr: On symbolic and instrumental language politics in North Frisia (Hoekstra/Walker, Kiel)

09.55 Uhr: Pride and prejudice: navigating between minority policy, divergent attitudes and actual Danish language use in South Schleswig (Höder/Goll, Kiel)

10.20 Uhr: Diskussion, anschließend - Kaffeepause -

11.30 Uhr: Spracheinstellungen auf den vier-sprachigen ABC-Inseln (Eckkrammer, Mannheim)

11.55 Uhr: Acción política, identidad y cultura lingüística: el caso del translenguaje en EEUU (Del Valle, New York)

12.20 Uhr: Diskussion, anschließend MITTAGESSEN

14.30 Uhr: De la cultura lingüística a la política lingüística. Reflexiones desde el Finis terrae (Monteagudo, Santiago de Compostela)

14.55 Uhr: La aplicación de la tercera ola de la sociolingüística para el estudio del plurilingüismo regional: el caso valenciano (Amorós Negre, Salamanca)

15.20 Uhr: Diskussion, anschließend - Kaffeepause -

16.30 Uhr: Métodos de Pesquisa em Políticas Linguísticas (Morello, Florianópolis)

16.55 Uhr: Workshop-Arbeit I: 3 Gruppen: A, B, C

18.30 Uhr: Zwischenfazit

 

Samstag, 22.09.2018

09.00 Uhr: Resümee (Eggert)

09.05 Uhr: Workshop-Arbeit II in 3 Gruppen: A, B, C

09.55 Uhr:     “      “

10.20 Uhr:     “      “

11.00 Uhr: - Kaffeepause -

11.30 Uhr: Präsentation Ergebnisse Soziolinguistik

11.55 Uhr: Präsentation Ergebnisse Sprachpolitik

12.20 Uhr: Ergebnisse Sprachkultur

13.00 Uhr: MITTAGESSEN

14.30 Uhr: Diskussion und Vertiefung

15.00 Uhr: Zusammenfassung der Ergebnisse

15.30 Uhr: Abschluss, anschließend - Kaffeepause -

16.30 Uhr: Gespräch mit Vertretern der Sprachpolitik (Johannes Callsen, Steffen Höder, Karen Nehlsen, Nils Langer, Robert Langhanke, Alastair Walker)

18.00 Uhr: Abschluss, Verabschiedung

 

Die bisher angedachten Workshops haben folgende thematische Schwerpunkte:

 

  1. Bestimmung des Forschungsgebiets der 'Sprachkultur' bzw. Kultur der Mehrsprachigkeit
  2. Evaluierung des Nutzens und der Grenzen von Forschungsansätzen:
    1. der Rolle von Diskurstraditionen für die vergleichende Bewertung der regionalen Sprachkultur
    2. Möglichkeiten der Erweiterung des Ansatzes der linguistic landscapes für die Bewertung regionaler Mehrsprachigkeit 
    3. Bestimmung der Auswirkungen von Maßnahmen der Sprachpolitik und ihrer Übertragbarkeit auf andere Kontexte
    4. die Rolle der Haltungen zur Sprache bei der Analyse von Wirkungen auf die Nutzung der Sprache
  3. Bestimmung der Effektivität privater Initiativen zur Sprachförderung

 

Besuch eines Schulunterrichts in Niederdeutsch vor Tagungsbeginn

Vor Tagungsbeginn wird der Besuch eines Schulunterrichts in Niederdeutsch am Mittwoch (19.09.) durchgeführt. Wenn Sie sich für die Teilnahme interessieren, wird um vorherige Anmeldung bei Benjamin Peter (benjamin.peter@romanistik.uni-kiel.de) gebeten. Abfahrt ist um 9.00 Uhr ab Parkplatz der Leibnizstraße.

 

Tagungsort

 

 

 

Die Fachtagung findet im Gästehaus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Adresse: Kiellinie 5, 24105 Kiel) statt. Auch IBZ (Internationales Begegnungszentrum) genannt.

Der Weg vom Kieler Hauptbahnhof bis zum Gästehaus der CAU ist auf folgender Karte abgebildet:

 

 

 

Der Weg vom Hotel Astor (Adresse: Holstenplatz 1-2, 24103 Kiel) zum Gästehaus der CAU finden Sie auf folgender Karte:

Weg Hotel Astor > IBZ

 

Es ist auch möglich, mit dem Bus vom Hotel Astor aus (Haltestelle "Andreas-Gayk-Straße" direkt neben dem Hotel) zum Tagungsgebäude (Haltestelle "Kunsthalle") zu gelangen. Hierfür können die Linien 41 (Richtung "Rungholtplatz") und 42 (Richtung "Tannenberg") genutzt werden. Die Fahrdauert beträgt ca. fünf Minuten. Unter folgendem Link finden Sie den Fahrplan beider Linien:

 

Fahrplan Linie 41/42

 

Weitere Informationen zum Gästehaus finden Sie unter folgendem Link:

 

https://www.international.uni-kiel.de/de/gaestehaeuser/ibz

 

Unterbringung

Der Weg vom Hauptbahnhof zum Hotel Astor (Adresse: Holstenplatz 1-2, 24103 Kiel), in welchem die Gäste untergebracht sind, ist auf folgender Karte dargestellt:

 

 

Internetzugang

Es wird einen Internetzugang über eduroam geben, für außereuropäische Wissenschaftler gibt es Gastzugänge.

 

Verpflegung und Abendessen

Kaffee, Getränke, Kekse und Obst werden für die Tagung kostenfrei bereitstehen. In den Mittagspausen kann in der benachbarten Kantine des Schleswig-Holsteinisches Landtages zu einem günstigen Preis (ca. 5€) zu Mittag gegessen werden. Eine Liste mit Alternativen wird zur Verfügung gestellt. Ein gemeinsames Abendessen mit allen Vortragenden ist für Donnerstagabend vorgesehen. Für Freitagabend werden drei kleinere Gruppen organisiert, die sich mit einer Hauptsprache dann in einem bestimmten Lokal treffen können.

 

Generelle Beschreibung des Projekts

Methoden zur Erforschung der Kultur der regionalen Mehrsprachigkeit

I Beschreibung des Ziels der Fachtagung

Vom 20.-23.09.2018 wird eine internationale Fachtagung unter dem Titel „Methoden zur Erforschung der Kultur der regionalen Mehrsprachigkeit“ an der CAU stattfinden, welche zum Ziel hat, geeignete Methoden zur Erforschung und Bewertung sprachkultureller Aktivitäten und Rahmenbedingungen der Sprachkultur im regionalen Kontext zu diskutieren. Teil der Fachtagung soll ein Workshop sein, in dem für das geplante übergreifende Forschungsprojekt zur vergleichenden Bewertung der Kulturen der regionalen Mehrsprachigkeit ein passender Methodenkatalog herausgearbeitet werden soll.

Die regionale Mehrsprachigkeit ist für viele Gebiete in der Romania kennzeichnend, z.B. für die Bretagne (mit den autochthonen Sprachen Bretonisch und Gallo neben dem Französischen), für das Baskenland (mit Baskisch neben dem Spanischen und Französischen als historische Dachsprachen), aber auch für das südliche Brasilien (mit mehreren europäischen Sprachen und Sprachvarietäten als historische Immigrationssprachen neben dem Portugiesischen). Sie betrifft auch die Region Schleswig-Holstein als eminent mehrsprachiges Gebiet mit einer aktiven Sprachpolitik zur Förderung des Niederdeutschen, Friesischen und Dänischen, die von mehreren Mitgliedern des Kieler interdisziplinären Forschungszentrums „Arealität und Sozialität in der Sprache“ untersucht wird.

Gegenstand der geplanten Fachtagung (und des Forschungsprojekts insgesamt) sind die kulturellen Aktivitäten zum Erhalt und zur Förderung der Mehrsprachigkeit in Regionen mit mehr als einer regional verankerten Sprache. In den letzten Jahrzehnten ist die Bedeutung der Regionalsprachen für die Menschen in solchen Regionen erheblich gestiegen, was einer weltweit zu beobachtenden Entwicklung entspricht (s. Anderwald/Hoekstra 2017) und zu einer stärkeren öffentlichen Förderung der Mehrsprachigkeit geführt hat. Neben regionalspezifischen Beschreibungen sprachkultureller Entwicklungen soll auf der Fachtagung eine Methodologie diskutiert werden, die es erlaubt, den Stand und die Entwicklung der Sprachkultur regionaler Mehrsprachigkeit zu bewerten und zu vergleichen.

Die Sprachkultur als Referenzrahmen des Forschungsprojekts ist dabei als kulturwissenschaftliche Kategorie zu verstehen, welche sämtliche Aspekte der Gestaltung der sprachlichen Umwelt umfasst, v.a. auch die Haltung der Sprecher und ihre Aktivitäten. Ein vergleichender sprachkultureller Ansatz ist bislang wenig und noch nicht systematisch behandelt worden, da Beschreibungen der Regionalkultur stets regionalspezifisch erfolgen und insofern eine übergreifende vergleichende Perspektive meist nur auf abstrakter Ebene möglich scheint. Die Sprachkultur, die Lebsanft (1997) als neues Forschungsfeld der romanistischen Linguistik eröffnete, richtet sich ganz auf die nationale, ausgebaute Normsprache und deren Bewertung durch Sprecher und Institutionen. Ähnlich auch Klare (2009), der zwar eine vergleichende Perspektive einbringt, jedoch den Fokus auf die Entwicklung der Nationalsprachen legt.

In vergleichender Perspektive gibt es zum Feld der Mehrsprachigkeitsforschung bislang viele Arbeiten, z.B. zur vergleichenden Untersuchung von Sprachkontaktphänomenen (z.B. Bakker/Matras 2013; Muysken 2013), zur Bilinguismus-Forschung (Bhatia/Ritchie 2014), zur Spracherwerbsforschung (Bickes/Pauli 2009) oder zu theoretischen Grundlagen der Mehrsprachigkeit (Stavans/Hoffmann 2015), aber diese sind nicht direkt bezogen auf das Verhältnis von Regional- zu Nationalsprachen. Bislang liegen zu den jeweiligen regionalen Sprachsituationen äußerst zahlreiche Einzelbeschreibungen vor und selbst übergreifende Darstellungen zur Sprachkultur bestehen hauptsächlich aus spezifischen Beschreibungen (z.B. in Schiffman 1996 in historisch-vergleichender Perspektive). Das Verhältnis zwischen Regional- und Nationalsprache wird im Handbuch zur ECRM (Lebsanft/Wingender 2012) behandelt, jedoch überwiegend aus sprachpolitischer Sicht und nicht auf sprachkulturelle Aktivitäten der Sprecher bezogen. Auf abstrakter Ebene hat Tacke (2015) Sprachgebietskonzepte in der Sprachplanung, d.h. das Verhältnis zwischen Sprache und Raum, analysiert, womit er aber auch Kategorien zur Erforschung der Sprachkultur eröffnet (z.B. diskursive Sprachgebietskonstruktionen). Einen ersten Überblick gibt das Handbuch Janich/Greule (2002).

Zusammenfassend soll also mit dem Forschungsprojekt die Ausweitung der Erforschung der Sprachkultur im skizzierten weiten Sinne und die gleichzeitige Zentrierung auf mehrsprachige Regionen vorangetrieben werden. Ein Fernziel besteht darin, aus den Ergebnissen der Einzelstudien eine theoretische Fundierung regionaler Sprachkultur zu erreichen.

Die für September geplante Fachtagung dient daher der Vorbereitung des größeren Forschungsprojekts (für das bei der DFG ein Projektantrag gestellt werden soll) zur Untersuchung der Sprachkultur und der sprachpolitischen Rahmenbedingungen in mehrsprachigen Gebieten. Der Workshop soll zudem zur Vernetzung und Auslotung von Forschungspartnern für das geplante Forschungsprojekt führen sowie der Abstimmung und Vertiefung von Forschungsmethoden zum angegebenen Thema dienen.

Das Ziel ist die enge Zusammenarbeit im Bereich der Erforschung der Sprachkultur und Sprachpolitik. Mit vielen Teilnehmer_innen besteht bereits ein intensiver Austausch zu diesem Thema, v.a. durch Gastvorträge der letzten Jahre zu einzelnen Aspekten (Altenhofen, Bagno, Del Valle, Hornsby, Lebsanft, Monteagudo, Ramallo, Manterola), durch Kontakte auf Studienreisen (Gilvan Müller, Morello, Blanchard) oder durch Arbeitskontakte an der CAU oder auf Tagungen (Eckkrammer, Patzelt, Sinner, Völker)

Geplant ist eine Tagung von drei Tagen Dauer. Im Workshop sollen nach Impulsreferaten zu drei Themenbereichen, für die jeweils die Fachexpertise eingebracht wird, in jeweils zwei Blöcken Methoden diskutiert, erarbeitet und für die konkrete Anwendbarkeit dieser Themen überprüft werden.

Die Workshop-Arbeit behandelt folgende Themen:

  1. Soziolinguistische Erhebung des Sprachgebrauchs in der jeweiligen Region
  2. Juristische Einordnung (Ko-Offizialisierung, rechtlicher Status der Sprachen)
  3. Sprachkulturelle und –pflegende Aktivitäten: institutionell und privat-öffentlich

 

Zur Sprachkultur der Regionalsprachen stellen sich u.a. folgende Fragen:

  1. Welchen Stellenwert geben die Sprecher_innen den jeweiligen Sprachen? Wie stark gehört die Sprache oder der Sprachgebrauch zur regionalen Identität?
  2. Wie stark ist die Regionalsprache in der Öffentlichkeit, z.B. in den Medien präsent?
  3. Welche Maßnahmen zur Förderung der Regionalsprache bzw. zur regionalen Zweisprachigkeit werden getroffen?
  4. Wie stark ist die Unterstützung durch Politik und öffentliche Verwaltung?
  5. Welchen Platz nimmt der Unterricht zur Regionalsprache im öffentlichen Bildungswesen bzw. in privaten Bildungseinrichtungen ein?
  6. Wie ist das Verhältnis von privaten Sprachbemühungen zu offiziellen sprachplanerischen Maßnahmen?
  7. Welche Erfolge in der Sprachkompetenz und -verwendung lassen sich erkennen? Welche plurikulturellen Zusammenhänge bestehen zur veränderten Sprachkultur?

 

Angeregt durch Impulsreferate soll diskutiert werden, welche Methoden wo und wie zur Erforschung dieser und weiterer Fragen eingesetzt werden können und wie diese sich für einen Vergleich über mehrere Regionen hinweg eignen.

 

Zur Diskussion stehen verschiedene Methoden, die eine systematische Erforschung der Sprachkultur erlauben:

  1. die Erforschung der Haltung (attitude) zur Sprache
  2. die Analyse von Metadiskursen/Narrativen über die Sprache (ethnolog. Ansatz)
  3. die Diskurstraditionen in Texten der Regionalsprachen
  4. Beobachtungen und Interviews zur realen Sprachverwendung
  5. die Auswertung der Sprache/-verwendung im öffentlichen Raum (linguistic landscape)
  6. die Bestimmung der enregisterment-Prozesse
  7. die Auswertung der sprachpolitischen Rahmenbedingungen und Maßnahmen
  8. die Dokumentation sprachkultureller Aktivitäten.

 

Die Tagung wird im Internationalen Gästehaus der CAU stattfinden. Im Rahmen der Fachtagung soll ein zusätzlicher Vor-Ort-Termin zum Besuch von Institutionen der Sprachpolitik und Sprachkultur organisiert werden.

 
Bibliographie zu Studien zur (regionalen) Mehrsprachigkeit

Anderwald, Lieselotte/Hoekstra, Jarich (Hg.) (2017): Enregisterment. Zur sozialen Bedeutung sprachlicher Variation, Frankfurt a. M.: Lang.

Appel, René/Muysken, Pieter (2005): Language, contact and bilingualism, Amsterdam: Amsterdam Univ. Press.

Bakker, Peter/Matras, Yaron (Hg.)(2013): Contact Languages: a Comprehensive Guide, Berlin: De Gruyter.

Beacco, Jean-Claude (2016): École et politiques linguistiques. Pour une gestion de la diversité linguistique, Paris: Didier.

Bhatia, Tej K./Ritchie, William C. (Hg.)(22014): The Handbook of Bilingualism and Multilingualism, Malden, Mass.: Wiley Blackwell.

Bickes, Hans/Pauli, Ute (2009): Erst- und Zweitspracherwerb, Paderborn: Fink.

Blackwood, Robert/Tufi, Stefania (2015): The linguistic landscape oft he Mediterranean: French and Italian coastal cities, Houndsmill, Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Broudic, Fañch (2017): „Bretagne“, in: Reutner, Ursula (Hg.): Manuel des francophonies, Berlin/Boston: de Gruyter, 149-149-168.

Conseil de l’Europe (2010): Guide pour le développement et la mise en œuvre de curriculums pour une éducation plurilingue et interculturelle, Strasbourg: Conseil de l’Europe.

Halaoui, Nazam (2011): Politique linguistique. Faits et théorie, Paris: Écriture.

Holden, Nigel/Michailova, Sejina/Tietze, Susanne (Hg.)(2015): The Routledge Companion to cross-cultural management, London u.a.: Routledge, Taylor & Francis Group.

Janich, Nina/Greule, Albrecht (Hg.)(2002): Sprachkulturen in Europa: ein internationales Handbuch, Tübingen: Narr

Klare, Johannes (2009): „Sprachkultur und Sprach(en)politik in der Romania (Frankreich, Spanien, Italien)“, in: Blanke, Detlev/Scharnhorst, Jürgen (Hg.): Sprachpolitik und Sprachkultur, 2. Aufl., Frankfurt a.M.: Lang, 47-120.

Krumm, Hans-Jürgen/Reich, Hans (Hg.)(2013): Sprachbildung und Mehrsprachigkeit: Ein Curriculum zur Wahrnehmung und Bewältigung sprachlicher Vielfalt im Unterricht, Münster: Waxmann.

Lane-Mercier, Gillian/Merkle, Denise/Koustas, Jane (2016): Plurilinguisme et pluriculturalisme: des modèles officiels dans le monde, Montréal: Presses de l'Université de Montréal.

Lebsanft, Franz (1997): Spanische Sprachkultur. Studien zur Bewertung und Pflege des öffentlichen Sprachgebrauchs im heutigen Spanien, Tübingen: Niemeyer.

Lebsanft, Franz/Wingender, Monika (Hg.)(2012): Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Ein Handbuch zur Sprachpolitik des Europarats, Berlin: De Gruyter.

Leitzke-Ungerer, Eva/Pagni, Andrea (Hg.) (2002): Europäische Regionalkulturen im Vergleich, Frankfurt a.M.: Lang.

Marten, Heiko F. (2016): Sprach(en)politik. Eine Einführung, Tübingen: Narr Francke Attempto.

Muysken, Pieter (2013): „Language contact outcomes as the result of bilingual optimization strategies“, in: Bilingualism. Language and Cognition 16(4), 709-730.

Ortega, Ane et al. (Hg.)(2017): Los nuevos hablantes de euskera: experiencias, actitudes e identidades, Bilbao: Univ. Deusto.

Pfannhauser, Werner (Hg.)(2010): Symposium "Sprachpolitik und Sprachkultur in Europa". Graz 23. - 24. April 2010 [Akten], Paderborn: IFB-Verlag Dt. Sprache.

Schiffman, Harold (1996): Linguistic Culture and Language Policy, London/New York: Routledge.

Spolsky, Bernard (2009): Language management, Cambridge: CUP.

Sṭavans, Anat/Hoffmann, Charlotte (2015): Multilingualism, Cambridge: CUP.

Tacke, Felix (2015): Sprache und Raum in der Romania. Fallstudien zu Belgien, Frankreich, der Schweiz und Spanien, Berlin: De Gruyter.

Witt, Jörg (2010): Wohin steuern die Sprachen Europas? Probleme der EU-Sprachpolitik, Tübingen: Stauffenburg.

Zimmermann, Klaus (Hg.)(2014): Prácticas y políticas lingüísticas. Nuevas variedades, normas y perspectivas, Madrid/Frankfurt a.M.: Iberoamericana/Vervuert. [Nuevos hispanismos 18]